Geschichte der Freiwillige Feuerwehr Hütten

Schon von altersher hielten die Bürger eines Ortes zusammen, wenn es galt, einen Brand zu bekämpfen und Hilfe in jeder Art zu leisten. Nach Gründung des Königreichs Württemberg erließ König Friedrich am 20 Mai 1808  eine Feuerlösch-Ordnung, mit der praktisch eine Pflichtfeuerwehr ins Leben gerufen wurde, in der alle Bürger zu Lösch- und Hilfeleistung verpflichtet wurden. Auch wurde genau bestimmt, was an Löschgerät angeschafft werden musste. Angeordnet wurde, dass kleine Ort wenigstens eine Handspritze anschaffen müssen. Angeschafft sollen weiter werden: Wasserbutten, Feuerleitern und Feuerhaken. Die Bürger sollen zur Bekämpfung eines Brandes in Rotten mit einem Rottenmeister eingeteilt werden.

Anscheinend gab es beim Löschen gewisse Problem mit der Beschaffung von Wasser. So wurde im Jahr 1833 über die Anlage eines Feuersees beraten und am 23 September auch die Arbeiten vergeben. Da die vorhandenen Handspritzen sicherlich nicht wirksam genug waren, beschloss man am 15 September 1841 eine große Tragspritze mit Wasserkasten um 130 Gulden anzuschaffen. Gleichzeitig wurde beschlossen, am Rathaus ein „Ziegeldächle“ anzubringen, um die Gerätschaften vor dem Wetter zu schützen.

Durch Zuschüsse von der Brandsicherungs-Hauptkasse und der Amtskorporation ermuntert, wurde 1882 beschlossen, eine neue Fahrspritze anzuschaffen. Dazu wurden in den Jahren 1882 und 1883 je 100 Mark im Haushalt vorgesehen. Gleichzeitig sollte eine „Spritzenremise“ an das Rathaus angebaut werden. 1884 wurde dann eine vierrädrige, zweistrahlige Fahrspritze vom Fabrikat Kirchdörfer mit Saugeinrichtung und 110 mm Zylinderweite mit Zubehör und 70 m Schlauch angeschafft.

Im Württemberger Hof war eine Tragspritze und in Bäumlesfeld eine Krückspritze stationiert.

1886 tauchte erstmals der Begriff Pflichtfeuerwehr auf. Am 3 Dezember 1886 wurde im Gemeinderat  eine Entschädigung der Feuerwehrleute bei Einsätzen beschlossen. Als Kommandant dieser Pflichtfeuerwehr wurde Zimmermeister Karl Dietrich aus Hütten genannt. Er herrschte eine strenge Ordnung. Wer bei Übungen öfter fehlte, musste eine Busse zahlen.

Auch eine Befreiung vom Feuerwehrdienst, war nur schwer zu erlangen. Die Protokolle der Feuerwehr enthalten Abgaben über viele Einsätze in der Gemeinde, besonders bei einer Brandserie im Württemberger Hof.

Aufgrund eines Runderlasses des Innenministeriums im Jahr 1936, wurde die Pflichtfeuerwehr in Hütten in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt. Am 12.Oktober 1936 wurde für diese eine Satzung erstellt, die am 3 November 1936 genehmigt wurde. Zum Führer der Wehr (so hieß das damals) wurde Karl Ruth, zu dessen Vertreter Christian Schwarz ernannt.

Während des 2. Weltkriegs wurden auch Frauen für den Feuerwehreinsatz ausgebildet. Trotz Einsatz all dieser Kräfte konnte aber nicht verhindert werden, dass beim Einmarsch der Amerikaner eine ganze Anzahl von Gebäuden ein Raub der Flammen wurde.

Vom Kreisfeuerwehrverband wurde 1956 eine gebrauchter Tragkraftspritzenanhänger mit einer Tragkraftspritze (TS 6) gekauft. Leider wurde im Zuge dieser Anschaffung die Fahrspritze verkauft. 1968 wurde von der Freiwilligen Feuerwehr ein Fest ausgerichtet, das im Lauf der Jahre einen traditionellen Platz im Jahresablauf gefunden hat. 1970 wurde für dieses Fest noch ein Wettkampf – das Wettspritzen – aufgenommen, an dem viele Feuerwehren der Region teilnehmen.

1972 wurde ein Löschfahrzeug (LF 8) vom Typ Opel Blitz gekauft. Einmalig war es, dass die Feuerwehr 1/3 der Anschaffungskosten zugeschossen hat. Als Folge der Gemeindereform war 1974 die Zusammenfassung der bisherigen fünf Feuerwehren im Bereich der Gesamtgemeinde Mainhardt zu einer Gesammtfeuerwehr notwenig geworden, wobei die bisherigen Ortswehren als Abteilungen erhalten geblieben sind. Bei der Hauptversammlung der Gesammtfeuerwehr am 7.März.1975 wurde der ehemalige Kommandant der Abteilung Hütten, Ernst Hoffmann, aufgrund seiner großen Verdienste um die Feuerwehr zum Ehrenkommandant ernannt.

Die beengten Verhältnisse im provisorischen Feuerwehrmagazin zwangen die Gemeinde 1992 dazu einen Neubau zu planen. Angeboten hat sich dazu das Grundstück neben dem heutigen Dorfgemeinschaftshaus. Planung und Bau verlief ab 1994 sehr zügig und im Oktober 1995 war der Bau fertig gestellt. Feuerwehr und viele andere freiwillige Helfer haben dabei über 3500 Arbeitsstunden geleistet.

Aber auch ein neues Löschfahrzeug wurde für die Abteilung erforderlich. So wurde unter großer finanzieller Anstrengung ein LF 8/6 vom Typ Iveco-Magirus „Euro-Fire“ ebenfalls im Oktober 1995 angeschafft. Die Feuerwehr beteiligte sich bei der Finanzierung von Magazin und Fahrzeug mit einer Spende von 70.000DM. am 28. und 29. Oktober wurden das Feuerwehrmagazin und das Löschfahrzeug feierlich eingeweiht.

Das Einsatzspektrum der Feuerwehr hat sich im laufe der heutigen Zeit um vieles erweitert. So sind Einsätze jetzt nicht nur bei Brandfällen, sonder auch bei Unwettern, Katastrophen  und Verkehrsunfällen notwenig geworden.